5. Hexámeter: ein Sechsfüßer (Sechsheber); gehört zu den trochäischen Versen; hat maximal 17, minimal 13 Silben; endet stets mit Kürze (Senkung), d. h. weiblich; die ersten vier Füße können variieren; der fünfte und sechste sind verbindlich ein Dactylus respektive ein Trochaeus!
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(Ovid, Metamorphosen)
Aurea prima sat(a e)st aetas quae vindice nullo
6. Pentámeter: Name trügt, ebenfalls ein Sechsfüßer (Sechsheber); der 3. Fuß hat nur eine Silbe, auf ihn folgt eine Zäsur (vor Zäsur: Anvers, danach: Abvers); hat maximal 14, mini mal 12 Silben; endet mit Länge (Hebung), d. h. männlich; die ersten beiden Füße des Anverses können variieren
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7. Distichon: (gr.: Doppelvers) Hexameter und Pentameter im Wechsel.
(Schiller)
Im Hexameter steigt des Springquells flüssige Säule,
im Pentameter drauf // fällt sie melodisch herab!
Spezielle Vers/Gedichtsformen:
1. Akrostichon, Mesostichon, Telestichon: der erste, ein mittlerer respektive der letzte Buchstabe ergeben hinter/untereinander gelesen einen Sinn
2. Alexandriner: sechshebige Jambenzeile mit zäsur nach der dritten Hebung (in der Ro mantik auch als dreigeteilter A. mit Zäsur nach der vierten und achten Silbe)
(Gryphius, aus einem Sonett)
Du siehst, wohin du siehst, nur Eitelkeit auf Erden.
Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein;
Wo itzund Städte stehn, wird eine Wiese sein;
Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden.
Was itzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden;
Was itzt so pocht und trotzt, ist morgen Asch und Bein;
Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein.
Bald lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.
oder:
(Angelus Silesius)
Was klagst du über Gott? Du selbst verdammest dich!
Er möcht’ es ja nicht tun, das glaube sicherlich!
3. Ballade: (itak.-provenz. Tanzlied) in Frankr. (14./15. Jh) lyrische (Villon), in Engl. (18. Jh) eüisches Liede, ins Dtsch.übernommen, dem Stoff nach meist tragisches Heschehen, Form knapp, Aufbau dramatisch; Volksballade seit Bürger (Leonore), das bedeutendste Balladenwerk der Moderne – Brecht.
(E.Möricke, Die traurige Krönung)
Es war ein König Milesint,
Von dem will ich euch sagen:
Der meuchelte sein Bruderkind,
Wollte selbst die Krone tragen.
Die Krönung ward mit Prangen
Auf Liffey-Schloß begangen.
O Irland! Irland warest du so blind?
Der König sitzt um Mitternacht
Im leeren Marmorsaale,
Sieht irr’ in all die neue Pracht,
Wie trunken von dem Mahle;
Er spricht zu seinem Sohne:
‘Noch einmal bring’ die Krone!
Doch schau, wer hat die Pforten aufgemacht?’
Da kommt ein seltsam Totenspiel,
Ein Zug mit leeren Tritten,
Vermummte Gäste groß und viel.
Eine Krone schwankt inmitten;
Es drängt sich durch die Pforte
Mit Flüstern ohne Worte;
Dem Könige, dem wird so geisterschwül.
Und aus der schwarzen Menge blickt
Ein Kind mit frischer Wunde,
Es lächelt sterbensweh und nickt,
Es macht im Saal die Runde,
Es trippelt zu dem Throne,
Es reichet eine Krone
Dem Könige, des Herze tief erschrickt.
Darauf der Zug von dannen strich,
Von Morgenluft berauschet,
Die Kerzen flackern wunderlich,
Der Mond am Fenster lauschet;
Der Sohn mit Angst und Schweigen
Zum Vater tät sich neiden;
Er neiget über eine Leiche sich.