Donnerstag, 25. september 2008 4 25 /09 /2008 05:43

Dann wird die Tür geräuschlos geöffnet. Man führt mich durch verschiedene Gänge. Wenn ich es richtig begreife – und ich kenne unser Zeitlabor blind – dann geht es zur Buchhaltung. Was soll ich dort? Einer der Wachleute knurrt etwas. „... Diensthabender Leiter ... bloß nicht von der Ähnlichkeit erzählen sollen ...“

Tatsächlich. Die Tür des Hauptbuchhalters. Und bevor es hineingeht, erhasche ich einen Blick auf das Namensschild. Blix. Blix – ja, verdammt noch mal, mein Name. Und der Mann, dem ich dann gegenüber stehe, das bin ich! Verdammt, ich begreife es sofort. Das ist das Ich, das dank meines Eingriffs in mein Leben mit dir aus mir geworden ist. Jetzt also war auch in der Zeit, aus der ich gekommen war, kein Platz mehr für mich.

Wenige Minuten später aber tritt ein Mann, der wie der Hauptbuchhalter des Instituts aussieht, aus der Tür. Er murmelt etwas von „... doch den Leiter wecken ...“, aber bevor die beiden Wachposten ihn verstanden haben, haben sie zwei Handkantenschläge niedergestreckt. „Entschuldigung“, sage ich zu den Männern, die mich nicht mehr hören.

Dann folgt mir ein zweiter, sich etwas behäbiger bewegender Mann – das bin ich als dein Ehemann in dieser Zeit, der brave Buchhalter, der in meine Sachen geschlüpft ist. Beide streben der Kapsel zu. Der buchhalterische Mensch hebt die Identitysperren auf. Im Kapselvorraum gibt er Weisung, sofort alle verfügbaren Daten, die zu dem Programmversagen geführt haben könnten, für den Sicherheitschef zusammenzustellen. Die Wachen sollen ihn sofort persönlich herholen.

Seltsam. Da sind zwei Männer, die sich äußerlich extrem ähneln, plötzlich allein. Der eine füttert die Anlage mit Zahlen. Beide springen in die Kapsel. Während sich die Tür des Vorraums öffnet, schließt sich die Kapseltür. Den Männern wird heiß.

Dann wird ihnen kalt im Keller. Doch lächelnd schlendern sie zu dem Glasfenster, das zu der Flügeltür dieser Mensa gehört. Dort sehen sie, wie er – ihrer beider jugendlicher Vorgänger – aufspringt und in Richtung Toilettenausgang von deinem Tisch davon stürmt.

Sie treten zur Seite, lassen den jungen Mann, aus dem sie beide sich einmal entwickelt haben, vorbei, sehen sich lachend an, und dann schreiten sie vergnügt in den Saal hinein. An deinem Tisch sind drei Plätze frei. Zwei davon besetzen sie, den dritten wird „er“ bald wieder einnehmen. Und während sie gespannt darauf warten, dass dein Blick den ihren kreuzt, fühlen sie sich beschwingt wie nie zuvor: Sie haben alle Zeit der Welt und die Hoffnung, du wirst jedem von ihnen wenigstens ein Drittel von dir schenken und meinem, ... unserem Kind drei Väter gönnen.

von fak - veröffentlicht in: Gali, Slov ant - Community: Sprache ist Macht!
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