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germanist 

 

marbach Germanistik im Netz - Virtuelle Fachbibliothek Germanistik  

Gegen deutsche Kriege

19. Juni 2008 4 19 /06 /Juni /2008 07:08

10. Elegie: ursprünglich Gedicht in Distichen

                                                                                                             (Goethe, Römische Elegien)

            Saget, Steine, mir an, o sprecht, ihr hohen Paläste!

                        Straßen, redet ein Wort! / Genius regst du dich nicht?

            Ja es ist alles beseelt in deinen heiligen Mauern,

                        Ewige Roma; nur mir / schweiget noch alles zu still.

            O wer flüstert mir zu, an welchem Fenster erblick ich

                        Einst das holde Geschöpf, / das mich versengend erquickt?

            Ahn ich die Wege noch nicht, durch die ich immer und immer

                        Zu ihr und von ihr zu gehen, / opfre die köstliche Zeit?

           

 

Special zu Elegie (und Ode): (nach Brockhaus Enzyklopädie, Ergänzungen aus Best, Handb.  literarischer Fachbegriffe)

 

Elegie, v. griech. élegos, Trauergesang (mit Aulosbegleitung [schalmeienart. Instrument])

            Gedichtart in Distichen, zuerst verwendet von Archilochos (7. Jh. vuZ.); Inhalt: allgemein  moralisch; Kriegslied: Kallinos, Tyrtaios; polit. Gedicht: Solon, Theognis in alexandrini­scher Zeit: Phanokles, Philetas, Kallimachos; in abendländischer Überlieferung bedeutsamer römische Oden: Ovid (Tristitia), Catull, Tibull, Properz; sie legten wehmütigen   Grundton der neueren Elegien fest: Klage über Trennung, Tod, Verlust, Sehnsucht nach  Unerreichbarem; humanistische Dichtung übernahm antike Form: in Frankreich: Villon,           Marot, de Ronsard; in Deutschland: auf Empfehlung von Opitz Distichen durch gereimte  Alexandriner ersetzt, nicht Form sondern Klage, wehmütiger Ton bestimmend; Klopstock,    in antiker Form Hölty, v.Matthisson; in der Goethezeit gespannt zwischen Idyllischem   und Erotischem: Goethe (Römische Elegien, in Distichen; Marienbader Elegie); Streben  nach Ideal: Schiller; Erkenntnis der Unvereinbarkeit von Ideal und Wirklichkeit:   Hölderlin (Griechenland, Brot und Wein); im 19. Jahrhundert: Platen, Rückert, Mörike,       Grillparzer (Tristia ex ponto), Geibel, v. Saar (Wiener Elegie); im 20. Jahrhundert: Rilke       (Duineser Elegien), Celan; Gesangstücke lyrisch-wehmütigen, sehnsüchtig-klagenden           Inhalts: Schubert, Beethoven, Brahms; auch bei Instrumentalstücken: Liszt, Bartók,          Strawinsky u.a. – elegisch: 1. Elegie betreffend¸ 2. wehmütig, voll Schwermut

 

Ode, v. griech. ode, Gesang, Lied; in griechischer Antike Sammelbegriff für alle zu Musik       vorgetragene strophische Dichtung, so Chorlieder in der Tragödie und Chorlyrik, v.a. Pin­           dars, letztere ohne feste Strophenformen, im lyrischen Einzelgesang (Monodie) hingegen         feste Odenmaße (nähere Erläuterungen siehe unten): alkäische Strophe, asklepiadeische         Verse (Asklepiades), adonischer Vers, sapphische Strophe; römische Literatur: v.a. Ho­   raz deutsche :Literatur: Opitz, Fleming, Gryphius, Klopstock entscheidenden Schritt in             der As­similation: Rhythmisierung des deutschen Verses nach Worttakten in Einklang mit            der des antiken Verses nach Quantitäten, darüber hinaus schuf er neue Strophenformen bis         hin zu freien Rhythmen (Die Frühlingsfeier, Der Zürchersee); in Klopstocks Nachfolge,            nicht mehr eindeutige Terminologie und Abgrenzung zur Hymne; Lyrik des jungen Goethe             in freien Rhythmen; 2. Höhepunkt in deutscher Dichtung: Hölderlin (An die Parzen,   Abendphantasie); im 19. Jahrhundert: Platen , horazische Originalformen; Neubelebung            im 20 Jahrhundert: Borchardt, Jünger, Weinheber

 

Ergänzungen zu Elegie:

alkäische Strophe: (nach Alkaios) Vierzeiler; zwei elfsilbige, ein neunsilbiger und ein zehn­      silbiger Vers (Beispiele: Klopstock, Hölderlin)

archilochische Strophe: (nach Archilochos) aus zwei Distichen oder Verbindung von Her­     xameter und Tetrameter

asklepiadeische Verse (Asklepiades): Vierzeiler, zwölfsilbige Asklepiade, siebensilbiger      Pherekrateus und achtsilbiger Glykoneus; zumeist: a) zwei Asklepiadeen, ein Pherekrateus    und ein Glykoneus; b) drei Asklepiadeen und ein Glykoneus als Endvers

sapphische Strophe: Vierzeiler, drei sapphische Elfsilber () und ein Ado­neus (Dipodie aus     Daktylus un Trochäus: l - k - k / l - k)

 

11. Elision: (E., gr. Herausstoßung) Ausstoßung im Wortinneren zwischen zwei Konsonan­     ten zur Ausspracheerleichterung respektive der Metrik zuliebe, z.B.: meint’ ich statt   meinte ich

 

12 Ellipse: (E., gr. Auslassung) Auslassen von Satzgliedern, ohne daß Zusammenhang ge­       stört wird, besonders bei ekstatischem Sprechen (Sturm und Drang. Expressionismus)

                                                                                                                                          (Goethe)

            Ja, alles flieht mich nun. Auch du! Auch du!

 

13. Enjambement: s. Brechung

 

14. Haiku (Hokku): japan. Kettengedicht, 17 Silben in 3 Zeilen mit Silbenvertei­lung 5, 7, 5

                                                                                                                             (Matsuo Bascho)

            Der uralte Teich.

            Von dem Laubfroschsprung erzeugt:

            Wasser-plitsch-platsch-laut.

 

15. Knittel/Knüttelvers: vierhebiger, paarweise gereimter Vers mit männlicher Kadenz

                                                                                     (Goethe, Jahrmarktsfest zu Plundersweilern)

            Werd’s rühmen und preisen weit und breit

            Daß Plundersweilern dieser Zeit

            Ein so hochgelahrter Doctor ziert

            Der seine Collegen nicht kujonirt.

            Habt Dank für den Erlaubnißschein,

            Hoffe ihr werdet zugegen seyn

            Wenn wir heut Abend auf allen Vieren

            Das liebe Publikum amüsiren.

            Ich hoff’ es soll euch wohlbehagen

            Geht’s nicht von Herzen, so geht’s vom Magen.

 

16. Limerick: volkstüml., einstrophiges Gedicht komischen Inhalts, 5 Verse, Reimschema aa             bb a, Endzeile bringt meist groteske bis unsinnige Wendung

                                                                                                                                    (Carl Peiser)

            Stets trug nur ein Tuch statt des Wamses,

            Auch bei Regen, der selige Ramses.

                        Der Arzt warnt ihn sehr,

                        Doch er fand kein Gehör,

            Zuletzt sprach er nur: „Da ham Se’s!“

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19. Juni 2008 4 19 /06 /Juni /2008 06:05

Holzdielen, modrig, greinen lau.
Die gift'ge grüne Raupe Dämmerung
ringelt diebisch sich gen Freudenhaus.
Dort, im kohleglüh’nden Backsteinbau,
kauert schaudernd hinterm Diwan
der melancholische Kardinal.

Gurrend schmeicheln feile Maden,
die Nylonseelen dessous veräußert,
prallen Hüllen sich entledigend,
spinnen klebrigen Puppenfaden,
Marionettenzylindergentlemen
zynisch dirigierend.

Auf blutgetränktem Kopfstein
schleicht finster hutgetarntes Fettauge,
die Klinge und das Wort gekrümmt,
mürrisch lauernd, furchtgeballt,
rostig harrend auf bess’re Zeiten:
auf die ermächtigte Mörderbande.


(Petra Namyslo)

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19. Juni 2008 4 19 /06 /Juni /2008 05:06

17. Monodistichon: (Einzeldistichon) häufig als Epigramm

                                                                                                                             (Angelus Silesius)

            Ich weiß nicht, was ich bin; ich bin nicht,was ich weiß:

            Ein ding und nit ein ding, ein stüpffchin und ein Kreiß.

 

18. Ode: s. unter Elegie (Special zu Elegie und Ode)

 

19. Sapphische Strophe: vierzeilige, aus 3 sapphischen Elfsilblern (Hendekasyllabus) und     einem Adoneus bestehende Strophe (s. unter Elegie)

                                                                                               (Weinheber, Die sapphische Strophe)

            Edle Fügung, adliger Frühzeit Schwester,

            wo das Herz noch Herz war; dem Ursprung nahe

            als ein sprechbar Nächstes: bewahrte je denn

            besser der Mensch sein.

           

            Letztes Schicksal? Nannte, was nottut, sagt’ es

            schicklich? Tierhaft unterzugehn ist nichts, und

            fern nur rührt, weil sprachlos, das anders schöne

            Sterben der Blume.

 

20. Sonett: 14, meist 5füßige jambische Verszeilen mit weiblichem Ausgang, die sich span­     nungsvoll in einen Aufgesang von 2 vierzeiligen Quartetten und einen Abgesang von 2           dreizeiligen Terzetten teilen, Reimschema: abba abba cdc dcd (mit Variationen: cdc cdc,        cdd, cdc etc.)

                                                                                                             (A.W.Schlegel, Das Sonett)

            Zwei Reime heiß ich viermal kehren wieder,

            Und stelle sie, geteilt, in gleiche Reihen,

            Daß hier und dort zwei eingefaßt von zweien

            Im Doppelchore schweben auf und nieder.

 

            Dann schling des Gleichlauts Kette durch zwei Glieder

            Sich freier wechselnd, jegliches von dreien.

            In solcher Ordnung, solcher Zahl gedeihen

            Die zartesten und stolzesten der Lieder.

 

            Werd ich nie mit meinen Zeilen kränzen.

            Dem eitle Spielerei mein Wesen dünket,

            Und Eigensinn die künstlichen Gesetze.

 

            Doch, wem in mir geheimer Zauber winket,

            Dem leih ich Hoheit, Füll in engen Grenzen,

            Und reines Ebenmaß der Gegensätze.

 

Sonderform Shakespeare-, oder englisches Sonett: Sonderform des (petrarkischen) Sonetts,        14 Zeilen jambischer Pentameter in 3 Quatrains und ein anschließendes Couplet unterteilt

                                                                           (Shakespeare, Sonett XVII, übers. R.A.Schröder)

            Vergleich ich dich mit einem Sommertag?

            So lind wie du, so lieblich dünkt er kaum.

            Der Wind verstreut die Blust im Maienhag:

            Des Sommers Reich hat gar zu schmalen Raum.

 

            Oft scheint das Aug des Sommers allzu warm,

            Oft blickt sein golden Antlitz trüb und fahl;

            All reiche Schönheit wird an Schönheit arm,

            Wenn ihren Schmuck Natur und Zufall stahl.

 

            Dein ewig Sommerlicht wird nie ermatten,

            Verliert die Schönheit nie, die dein ist heut,

            Nie rühmt der Tod, du wohnst in seinem Schatten:

            Dein Lob soll grünen endlos wie die Zeit.

 

            So lang ein Mensch noch atmet, Aug noch sieht,

            Wird leben, was dich leben macht: mein Lied.

 

21. Sonettenkranz: Folge von 15 Sonetten, wobei die Schlußzeile einer Strophe die An­        fangszeile der folgenden und die Schlußzeile des 14. Sonetts der Anfangszeile des erste       entspricht und die 14 Anfangszeilen als 15. Sonett (Meistersonett), in der Reihenfolge ihres           Vorkommens.

 

22. Stanze: im Deutschen acht Zeilen, meist aus jambischen Fünfhebern bei strenger Reim­      bindung und wechselndem  männlichen und weiblichen Verschluß

                                                                                                                       (Goethe, Faust I,V,1)

            Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten,

            Die früh sich einst dem trübem Blick gezeigt.

            Versuch ich wohl, euch diesmal festzuhalten?

            Fühl ich mein Herz noch jenem Wahn geneigt?

            Ihr drängt euch zu! nun gut, so mögt ihr walten,

            Wie ihr aus Dunst und Nebel um mich steigt;

            Mein Busen fühlt sich jugendlich erschüttert

            Vom Zauberhauch, der euren Zug umwittert.

 

23. Strophensprung: Enjambement, das über ein Strophenende hinaus in die nächste Stro­     phe übergreift (häufig bei Rilke), s. unter Brechung

 

24. Terzine: dreizeilige Strophenform, deren Zeilengruppen durch übergreifenden Reim nach dem Schema aba/bcb/cdc/ded … zusammengefaßt werden, wobei der abschließende Vers    den Mittelreim der letzten Terzine aufgreift (xyx/yzyz)

                                                                                                                                      (Chamisso)

            Salas y Gomez raget aus den Fluten

                        Des stillen Meers, ein Felsen kahl und bloß,

                        Verbrannt von scheitelrechter Sonne Gluten.

 

            Ein Steingestell ohn alles Gras und Moos,

                        Das sich das Volk der Vögel auserkor

                        Als Ruhstatt im bewegten Meeresschooß

 

            Es dient der Stein, worauf er litt dem Toten

                        Zur Ruhestätte wie zum Monumente,

                        Und Friede sei dir, Schmerzenssohn, entboten!

 

            Die Hülle gibst du hin dem Elemente;

                        Allmählich strahlend über dir entzünden

                        Des Kreuzes Sterne sich am Firmamente,

^          Und was du littest, wird dein Lied verkünden.

 

25. Trimeter: jeder antike Vers aus drei Metren, besonder sechsfüßiger Jambus mit Zäsur     nach 2. oder 4. Hebung, in der 2. Hälfte des 18. Jh. vom Blankvers abgelöst

                                                                                                                             (Gorthe, Faust II)

            Bewundert viel und viel gescholten, Helena,

            Vom Strande komm ich, wo wir erst gelandet sind,

            Noch immer trunken von des Gewoges regsamem

            Geschaukel, das vom phrygischen Blachgefild uns her

            Auf sträubig-hohem Rücken durch Poseidons Gunst

            Und Europs’ Kraft in vaterländische Buchten trug.

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18. Juni 2008 3 18 /06 /Juni /2008 06:12

ich habe sie alle

geliebt

sagte der

davon

schwimmende

fischmann

dabei

hatte er sie

alle nur bet-

rogen

 

du

brauchst ja nicht

nachher

den mund so voll nehmen

rief eine fürsorgliche

maulbrüterin

ihm nach

 

Slov ant Gali

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17. Juni 2008 2 17 /06 /Juni /2008 05:54

Des Einen Augen, ach, die klaren, blauen,

sie leuchten hell in meiner Seele Tiefe.

Sie wachten sorgsam, wenn ich unruhig schliefe,

und wär ich blind, sie würden für mich schauen.

 

Des Andern Haare, weich wie schwarze Seide,

wie Mondlicht fallen sie auf meine Brüste.

Wenn ich sie streichelte und innig küsste,

wär jede Nacht ein Fest, nur für uns beide.

 

Im Spiel der Liebe gibt's zu viele Karten,

musst oft vergeblich auf den König warten.

Nun sind es zugleich zwei, die mich betören.

 

Der Eine sehr vertraut in langen Jahren,

der Andre lieb und fein und so erfahren.

Kann ich nicht einfach beiden Liebe schwören?

 

Petra Namyslo

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16. Juni 2008 1 16 /06 /Juni /2008 06:00

Das war erst die Hälfte der Reise, was zögerst du schon?

Vom Schmerz und vom Glück und vom Schnaps wartet noch ´ne Ration.

Dein Türmchen war immer erst fertig, wenn krachend es fiel.

Mit 50, mein Freund, wird auch aus dem Ernst wieder Spiel.

 

Die Wege sind weiter  als früher von Tür heut zu Tür -

von einer, die zuschlägt, zu einer, die öffnet sich dir.

Du schwimmst neben Brücken im Fluß, die du selber verbrannt.

Mit 50, mein Freund, kommt keiner mehr trocken an Land.

 

Wer trennt, wenn er rennt um sein Leben, die Kür von der Pflicht?

Was uns in der Finsternis rettet, das tötet im Licht.

Der Beifall, mit Hunger verschlungen und ohne Verdacht:

Mit 50, mein Freund, da weiß man, wie grau der  uns macht.

 

Der Aufstieg beginnt nicht am Gipfel. Der Mensch wird nicht klug,

der nie seinen Feind überrannt hat, den Freund niemals trug.

Verstreut sind, für die du die Windeln gekocht hast, weltweit.

Mit 50, mein Freund, da hat man im Bett wieder Zeit.

 

Die Wunder sind selten, die Rätsel der Welt nicht gelöst.

Vielleicht bist du zu oft versackt oder hast sie verdöst.

Doch ob du  rasiert bist, geschminkt und toupiert oder nicht:

Mit 50, mein Freund, trägt jeder sein eignes Gesicht.

 

Die  Strecke scheint länger und schwerer wiegt jetzt das Gepäck.

Das einz´ge, was Sinn hat - die Liebe - erfüllt keinen Zweck.

Kann Streichholz im Dunkel der Seele sein oder im Tank.

Mit 50, mein Freund, da wackeln die Tassen im Schrank.

 

Kein Jet sucht die Landebahn über den Wolken aus Schnee.

Kein Schiff sucht den Hafen weit draußen auf offener See.

Die Sonne am Mittag: Breit grinsend steht sie im Zenit.

Mit 50, mein Freund, da will man, dass noch was geschieht.

 

Was bleibt jetzt noch offen?  Bist du mit dem Dasein schon quitt?

Noch wartet der riesigste Fisch, der gewaltigste Ritt

und dann noch die andere Hälfte vom Leben, vom Mond,

mit 50, mein Freund, weil das sich mit 50 erst lohnt.

 

Mit 50, mein Freund, weil das sich mit 50 erst lohnt.

 

Henry-Martin Klemt

2008

 

Herzliche Grüße an alle Admins und Autoren

 

Henry-Martin (Sirchen)

 

 

Neuerscheinung:

WAS ICH WILL – Lieder und andere Begegnungen | Henry-Martin Klemt

Fotos Henry-Martin Klemt

Originalausgabe Mai 2008 – 1. Auflage

Herausgeber, Verlag © by Publishers Werbeagentur Medien und Verlag GmbH, Frankfurt (Oder)

ISBN 978-3-9812358-0-7

 

 

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15. Juni 2008 7 15 /06 /Juni /2008 05:55

4. Blankvers: aus engl. blank verse (ungereimter Vers), fünfhebiger Jambus mit männl. od.   weibl. Endung (Shakespeare!), Beispiel:

                                                                                                                             (Lessing, Nathan)

            Es eifre jeder seiner unbestochenen,

            Von Vorurteilen freien Liebe nach!

            Es strebe jeder von euch um die Wette,

            Die Kraft des Steins in seinem Ring an Tag

            zu legen! komme dieser Kraft mit Sanftmut,

            Mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohltun,

            Mit innigster Ergebenheit in Gott

            Zu Hülf! Und wenn sich dann der Steine Kräfte

            Bei euren Kindes-Kindern äüßern:

            So …(usw)

 

5. brachy/hyperkatalektischer Vers: Vers, dessen Ende um einen Versfuß (2 Silben) ver­   kürzt resp. verlängert ist

 

6. Brechung (Enjambement): (E.: franz. Überschreitung) Überspringen von Satz und Sinn    über Vers- od. Strophenende (s.auch gebrochener Reim: Hans Sachs war ein Schuh-/)

                                                                                                   (St. Hermlin, Die Zeit der Wunder)

            Die Zeit der Wunder ist vorbei. Hinter den Ecken

            Versanken Bogenlampensonnen. Ungenau

            Gehen die Uhren, die mit ihrem Schlag uns schrecken

 

oder:

                                                                                                                             (Goethe, Mailied)

            So liebt die Lerche

            Gesang und Luft,

            Und Morgenblumen

            Den Himmelsduft,

                                                                                                                      )

            Wie ich auch liebe

            Mit warmem Blut,

            Die du mir Jugend

            Und Frevel und Mut

                                                                                                                      )

            Zu neuen Liedern

            Und Tänzen gibst.

            So ewig glücklich,

            Wie du mich liebst!

 

7. Dimeter: Vers aus zwei mehrmetrischen Einheiten (Versfüßen, Dipodien, jambischen oder             trochäischen)

                                                                                                                                          (Goethe)

            Das Wasser rauscht, / das Wasser schwoll

 

oder:

                                                                                                                                          (Goethe)

            Arm an Beutel, / krank am Herzen

 

oder:

                                                                                                                        (Schiller, Kassandra)

            Freude war in Trojas Hallen,

            Eh die hohe Feste fiel;

            Jubelhymnen hört man schallen

            in der Saiten goldnes Spiel;

            Alle Hände ruhen müde

            Von dem tränenvollen Streit,

            Weil der herrliche Pelide

            Priams schöne Tochter freit.

 

8. Distichon: als tragendes Element eines Gedichtes

                                                                                                         (aus Schiller, Der Spaziergang)

            Sei mir gegrüßt, mein Berg mit dem rötlich strahlenden Gipfel!

       Sei mir, Sonne, gegrüßt, die ihn so lieblich bescheint!

            Dich auch grüß ich, belebte Flur, euch, säuselnde Linden,

       Und den fröhlichen Chor, der auf den Ästen sich wiegt,

            Ruhige Bläue, dich auch, die unermeßlich sich ausgießt

       Um das braune Gebirg, über den grünenden Wald,

            Auch um mich, der, endlich entflohen des Zimmers Gefängnis

       Und dem engen Gespräch, freudig sich rettet zu dir.

 

            Wenn ich auch bei der Verbrennung, beim Leichenschmaus, schließlich intim noch

       in solenner Audienz ihm, dem Senator, gedanksagt,

            soll es ganz Rom doch erfahren, daß neben Bürgern und Adel

       gar ein Staatsmann höchstselbst huldvoll die Ehr’ uns erwiesen.

            Das verleiht ephemer Aureole den so Bedachten,

       einräumend zeitgleich Kredit, der profitabel zu nutzen,

            wie es ergeben hofiert senatorischem Edelmut, welcher,

       gnädig sich neigend dem Quell, förderlich meiner Karriere.

 

9. Diwan/Divan: Gedichtsammlung, meist eines bestimmten Dichters, wurde in D. zum fe­sten Begriff durch Goethes ‘West-östlichen D.’

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14. Juni 2008 6 14 /06 /Juni /2008 06:13

Nehmen sie am besten das
wechselbad gleich da drüben
wo das pferd kotzt
vor der apotheke

Lesen Sie Rilke?
Verstehen Sie Spaß?
Was hatten Sie zu Mittag?


Schon gut schon gut ich
fick mich ja ins knie wenn
sie das wollen
Müssen wir denn wirklich
eine kindheit beschwören?
Ostkorn harfenbruch
gewinkelter nikolaus?

Nehmen sie am besten den
bus der kein bus ist und
fahren sie mit dem boot das
es gar nicht gibt

über die armutsgrenze
nach schonnebeck

Und falls sie vielleicht doch
irgendwo
eine marktlücke haben

ich pinkel
hinein

Bärbel Klässner   ist mit "Der zugang ist gelegt" auf Lesereise - am  Am 20. Juni, 20.00 Uhr im Cafe Viridis, Berlin, Blücherstr.59.

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13. Juni 2008 5 13 /06 /Juni /2008 06:42

Auf dem Nachtschrank

rasselt der Bankerkopf

Aufstehen

bevor ich ihn stillklopfe.

 

Hinter der Fensterscheibe

tanzt ein Mercedesstern

mit Nichtsistunmöglich

Brüder zur Sonne zur S-Bahn.

 

Im Kleiderschrank

gähnen die Gene

von BOSS und Adidas

hungrigen Milben der Zeit entgegen.

 

Auf dem Frühstücksteller

ertrinken letzte

Alles-meins-Flocken

in Milch.

 

 

(Slov ant Gali)

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12. Juni 2008 4 12 /06 /Juni /2008 06:17

War kein pflegeleichtes Liebchen,
nicht ganz recht im Oberstübchen,
Frust im Alkohol ertränkt.
Machte irre, kranke Sachen,
musste lauthals drüber lachen,
kurz bevor ich mich erhängt.

Habe Liebe dir geschworen,
hab zu hoch gespielt, verloren,
ohne Pokerface gezockt.
Sagte offen, was ich fühlte,
als der Schmerz im Herzen wühlte,
hab dir nur ein "Tschüss" entlockt.

Werde jetzt zur Hölle fahren,
trotz der großen Sünderscharen
ist gewiss noch Platz für mich.
Doch ich fahre frohen Mutes,
diese Reise hat was Gutes:
Du, mein Schatz, erwartest mich!

Petra Namyslo

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