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germanist 

 

marbach Germanistik im Netz - Virtuelle Fachbibliothek Germanistik  

Gegen deutsche Kriege

11. Oktober 2011 2 11 /10 /Oktober /2011 09:01

Und wie ich so in meinem Traume

durch lange, dunkle Flure geh,

mir folgend eine feine Stimme,

ein langer Schatten an der Wand,

 

und fahles Licht flirrt an den Türen,

malt mir ein dunkles, wirres Bild,

und auf den Dielen wachsen Bäume,

durchs schwarze Laub geht Wind,

 

und aus der Finsternis mit bleichen Augen

bäumt sich ein Höllentier und flieht,

mit kaltem Atem auf den Spuren,

und Asche bis zur letzten Tür,

 

und in dem monden, stillen Zimmer

ist aufgebahrt der alte Yrr,

an seinem Bett in Feuerschalen

zerschmilzt ein langer, dunkler Traum,

 

und gerade birst ein goldner Spiegel,

die Splitter glänzen noch

und zeigen mir die letzten Bilder,

was da verglüht, bin ich.

 

Und wie ich so in meinem Traume...

 

Da ist der alte Yrr erwacht,

und hat mich zahnlos angelacht.

Vergreister Engel aus der Nacht.

 

Fischl 8 / 11 (Balladen vom alten Yrr)

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9. Oktober 2011 7 09 /10 /Oktober /2011 19:00


 

Gespinst im greisen Haare wirrt,

die dünnen Lüfte modern,

ein dunkler See im Mondlicht flirrt,

die alten Wipfel lodern.

 

Waldweber schwirren einen Tanz,

die weichen Moose schweben,

ein schwarzer Stein im Morgenglanz

erwacht zu neuem Leben,

 

und singt ein Lied, ganz leis und trist

im Schattenspiel der Geister,

In diesem letzten Garten ist

der alte Yrr der Meister.

 

Und wenn dein Weg dich hierhin trägt

durchs Dickicht deiner Tage,

dein wundes Herz nach Ruhe bangt,

 

Wirst du vom alten Yrr gehegt,

bis dann, als letzte Plage,

dein Schmerz als gift´ge Blume rankt.

 

Fischl 9 / 11

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3. Juni 2011 5 03 /06 /Juni /2011 08:03

 

Mir einsam Wandrers Müllerlust,

schneit´s lauter Sterne auf die Brust.

Weit kann´s ja nun wohl nicht mehr sein,

ich halte an und denk zurück und

schneie ein.

 

Fischl 05/11

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31. Mai 2011 2 31 /05 /Mai /2011 08:01

Wenn der neue Tag

auf den letzten bumst,

und wenn die Vögel

zufrieden die letzten

Krumen der Nacht erspähn,

 

wenn die lustigen Mädchen

das letzte Morgenhaar

gegen den Wind bürsten,

und wenn der Polizist

die letzten Leichen kehrt,

 

dann pfeife ich

mit letzter Kraft

auf der Erde kniend

und auf dem letzten Loch

ein letztes Lied.

 

Es ist das Lied

Verletzter Liebe.

 

 

 

 

Fischl 05/11

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24. Mai 2011 2 24 /05 /Mai /2011 14:39

Mein ganzer Kummer baumelt

über den Weg

bis zum Steg

wie die Beine

eines Knaben

Hinab ins dunkle Gewässer.

 

Strömt ein wenig

hin und her,

und her und hin,

mit dem Abendwind,

den Fischen,

den Sternen, dem Schlamm,

bis hin zur Schlinge am Horizont

dort am knorrigen Baum.

 

Jetzt habe ich die Seele endgültig voll

Und das Herz hängt mir

zum Halse heraus.

 

 

 

fischl 2 / 11

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21. Mai 2011 6 21 /05 /Mai /2011 14:37

 

Mondlicht fällt

auf meine Geige,

und zwei Töne fall´n

mir auf den Fuß.

Vierzig Tränen fall´n

in meine Seele

Und ein Stern,

der fallen muss.

 

Nachtlicht fällt mir

in den Rücken,

Haare fallen aus

im Wind.

Es fällt der Fluss

durch vierzig Brücken.

Und Flocken fall´n

die eisig sind.

 

Dann fallen Träume

fällt die Welt.

Und nirgendwo ein Hund,

der bellt.

 

 

Fischl 05/11

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24. Dezember 2010 5 24 /12 /Dezember /2010 13:44

 

Eine Weihnachtsgeschichte

 

Also steht Weihnachten vor der Tür. Es schneit, es ist kalt und das Haus ist zum Fest der Liebe liebevoll geschmückt. Sanftes Licht dringt durch die Fenster, der süßliche Geruch von gutem Gebäck, ein stilles und ein heiliges Lied ganz leise und vor der Tür steht Weihnachten. Ich habe mich dazu gestellt und warte. Weihnachten wartet auch und hinter mir ein paar Jungs, die haben Durst. Niemand öffnet. So stehen wir einige Zeit und Weihnachten friert. Ich gebe Weihnachten einen Schluck aus meiner Flasche. Es wärmt ein wenig den Bauch und die frostigen Gedanken. Ein fernes Glöckchen ertönt und es schneit.

Nach einiger Zeit gehen wir auseinander, ein jeder in eine andere Ecke der dunklen Stadt. Ich folge meiner Flasche und der Schnee verwischt mir die Wünsche.

Dann treffe ich Weihnachten wieder. Weihnachten sitzt auf einer dunklen Parkbank an einem gefrorenen Teich. Ich setze mich dazu.

Glaube, Liebe Hoffnung, diese Drei.“, sagt Weihnachten und ich nicke leicht.

Aber der Durst ist das Stärkste unter ihnen.“

Sagt Weihnachten und schneit ein.

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23. Dezember 2010 4 23 /12 /Dezember /2010 13:41

 

Hiddensee

 

Wenn ich auf Insel Hiddensee

Nach kleinen Bernsteinstücken späh`,

ich meistens tief im Bücken geh´.

Davon tut mir der Rücken weh!

Im Winter fällt in Stücken Schnee,

im Sommer brauchst du Mückenspray,

ja, dort am Strand von Hiddensee.

 

Und wenn ich nachts mein Glück erfleh`,

den Mond in Wolkenlücken seh´,

im Rausch und im Entzücken steh`,

mit dir ans Meer zum ... geh`:

der Leuchtturm huscht als Lichterfee,

und ich ein fernes Schiff erspäh`,

dich an der Hand,

im Kleid aus Sand,

Oh, dort am Strand von Hiddensee.

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22. Dezember 2010 3 22 /12 /Dezember /2010 13:36

 

Nachtgestalt

 

Hinter dem Wald

Erhebt sich

Ein Herz auf Stelzen

So groß

Wie ein Hirnballen

Und tanzt

Mir liebliche Augen

Ins Dämmerlicht.

Einem Mühlenflug gleich

Sammeln

Zopfende Mädchen

Metallblauen Wind

Und der Mond

Tropft

Ein leichtes Vogellied

Von den Gutenachthäusern.

Ein Dorf ist da

Eine Straße unter Ulmen,

Die zur Kirche führt

Hinauf zu Gottes Schoß,

der gerade ein neues Meer gebiert.

Und es rauscht in den Ohren

Wie von Schlaf besessene Wellen

Und jeder Schlag

Spült einen Jungen an Land,

An das Rund

Einer Festung,

Hinter deren Mauern

Mein Herz blutet.

Dann tun sich Augen auf

Und lassen ein Schiff aus

Dem Hafen,

ein Schiff, ferner noch

Als Heimweh,

Entsegelt aller Furchtsamkeit

Und über sich Angst,

Geflüster,

Und unter sich

Die schweren Wolken

Eines neuen

Milchsternfunkelnden Tags.

 

 

 

 

 

fischl Nov. 2010

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