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Damnatio memoriae (Die Verdammung der Erinnerung)

Vor nicht allzu fernen Zeiten

Entstand ein riesiger Palast.

Verglast von allen vier Seiten,

Gegründet im tiefsten Morast.

 

Nur tausend Tage wurden gebraucht,

Dann stand er für alle offen.

Und viele außer seiner Durchlaucht,

Die haben sich dort getroffen.

 

Der Kubus fügte ordnend sich ein

Ins bestehende Lindenstatut.

Zur Vertikalen sagte man nein.

Sehr heflig war der Disput.

 

Der Bau war horizontal konzipiert

Für Volkskammer und großen Saal.

Viel Gastlichkeit war integriert,

Die Nutzung war universal.

 

So stand er viele Jahre lang

Dem Volk zur Erbauung offen.

Dann kam der eilige Ubergang,

Als ,,Beitritt“ im Hause getroffen.

 

Geschrieben wurde ein Attest,

Um ihn zu schließen für immer.

Er habe viel zu viel Asbest,

Was wäre denn noch schlimmer?

 

Es bildete flugs sich ein Verein,

Die Kaisergetreuen dabei.

Sie schrieben einen Totenschein

Und betrieben Beckmesserei.

 

,,Schleift das rote Ungeheuer,
Her mit dem Riesenkoloss.
Und ist der Nachbau noch so teuer,
Wir woll‘n unser Preußenschloss“.

Robert Göbel, 2003

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S
Ich werde Robert bitten, seine "Siegertext" auch einzustellen. Ihm schien dieser hier politisch wichtig...
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N
Ist das nicht vielleicht etwas sehr "Reim dich oder ich fress dich"? Die Rhythmen scheinen mir auch zu holpern.<br /> Dabei und Beckmesserei finde ich daneben, Palast auf Morast zu reimen hat wieder was.<br /> Das ist hoffentlich nicht das beste der vergangenen 5 Jahre, wenn es von 2003 hier eingestellt wird?
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