Vorstellung der Autorengruppe, Schreibaktivitäten, Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation zwischen Schreibenden
Heupferdchenzeit, Blaue Zeit. Als die Linden, Die schönen Linden, sich bogen Am Rande der Straße Unter der Last der Düfte. Als Der weiße Mond Honig trank. Die Stadt lebte Ihren Tag, mit grauer Stirn, ein Ach In den Hallen der Bahnhöfe. Und kein Himmel...
Post lesenDie Westzonen hatten sich im Frühjahr zur Bundesrepublik Deutschland zusammengeschlossen. Jo las die Zeitungsüberschriften in der „Täglichen Rundschau". Im Osten wurde protestiert: Kein Separatstaat! Deutschland muss eins bleiben! Der Westen blieb hart,...
Post lesenEs war ein Junge. Die Mutter hielt das Baby im Arm und zeigte es Jo: „Sieh mal, wie hübsch er ist." Jo schluckte. Jetzt war das Baby da. „Aber was ist denn das für ein Horn am Kopf?" „Das?" Die Mutter fuhr liebkosend mit der Hand über das Babyköpfchen....
Post lesen„Im Herbst kriegst du noch ein Schwesterchen. Oder ein Brüderchen", sagte die Mutter. „Im November." „Noch so einen Schreihals, mit dem ich nichts anfangen kann? Und ich bin froh, dass Veronika schon spricht und dass ich mit ihr spazierengehen kann. Alles...
Post lesenAus Allerweltswinkeln Der Mai. Flieder, woher dein Violett? Schwalben auf dem Weg. Und der Ahorn steht im Grün. In der Wölbung des Himmels Licht. Menschen mit Blumen am Hut. Geborgte Träume Bis unter die Stirn. Jemand wirft In die Gosse Ein Liebesgelüst....
Post lesenDas Zelt war groß, ein 20-Mann-Zelt. Die Zeltbewohner lagen auf Stroh, eine Decke darüber – fertig war das Nachtlager. Überall im märkischen Sand, mitten zwischen den Kiefern, standen Zelte. Und vor jedem Zelt ein Steingarten, Mosaike aus bunten Steinchen,...
Post lesenIn der Umarmung Der Dämmerung, weh der Blick zurück Ins müde Auge Der Nacht. Eine Spur Vor dem Haus. Unterm Dach Stille. Atem der blauen Erde. Schrei eines Schläfers, Irgendwo. Leis, Tapfer tropft, regnet es In mein Gedicht.
Post lesenDie Familie saß beim Abendbrot. Jo konnte den neuen Pappi immer noch nicht leiden. Sie beobachtete jede seiner Gesten und Blicke und fand immer etwas auszusetzen. Mal sah er sie zu streng an, Jo fand: sehr unfreundlich, mal beachtete er sie nicht. Nein,...
Post lesenWieder flog der Herbst ins Land, mit fallenden Blättern, launischen Winden, die durch die Ruinen pfiffen, lauen Altweibersommer- und kühlen Regentagen. Der neue Pappi war aufgeregt: Jo wurde eingeschult. Ein zweites Mal, diesmal aber richtig, mit Schultüte....
Post lesenWieder wurde es Sommer. Jo war jetzt sieben Jahre alt. Tagsüber, wenn der neue Pappi auf der Arbeit war, ging sie zur Großmutter. Heimlich, die Mutter bangte, dass er es eines Tages erfahren würde. Das kleinste Missgeschick, eine Unachtsamkeit - und der...
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