Vorstellung der Autorengruppe, Schreibaktivitäten, Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation zwischen Schreibenden
Der folgende Text ist einem "Aufsatz" eines berühmten Autors entnommen.
"Quizfrage" Nummer 1:
Wie lautet der Titel des Textes:
"Die Malerei lehrt schauen und
sehen (das sind verschiedene Dinge,
die selten zusarnmenfallen). Dadurch
erhüllt die Malerei jenes Gefühl
lebendig und intakt, das die
Kinder auszeichnet.
Alexander Block
Der Mensch macht erschüttert vor
Dingen halt, die in seinem Leben
nicht die geringste Rolle spielen
können: vor Luftspiegelungen, die
er nicht greifen kann, vor steilen
Felsen, die sich nicht bepflanzen
lassen, und vor der wunderbaren
Farbe des Himmels.
John Ruskin
Es gibt unbestreitbare Wahrheiten, die jedoch häufig verborgen bleiben und keinen Einfluss auf die
Tätigkeit der Menschen haben, weil wir faul oder unwissend sind.
Eine dieser unbestrittenen Wahrheiten bezieht sich auf die Meisterschaft des Schriftstellers, besonders auf die Arbeit des Prosaikers. Sie besagt, dass die Kenntnis der benachbarten Kunstgebiete – der Versdichtung, der Malerei, der Architektur, der Bildhauerei und der Musik - die Innenwelt des Prosaikers unerhört bereichert und seiner Prosa eine besondere Ausdruckskraft verleiht. Sie bringt der Prosa das Licht und die Farben der Malerei, die Frische des poetischen Wortes, die Harmonie der Architektur, die Plastik und Linienklarheit der Skulptur und den Rhythmus und die Melodie der Musik.
Das alles gehört zur Bereicherung der Prosa, bildet sozusagen ihre zusätzlichen Valeurs.
Ich glaube nicht an Schriftsteller, die nichts für Poesie und Malerei übrig haben. Bestenfalls sind das Menschen von trägem und überheblichem Geist, schlimmstenfalls - Ignoranten. Dem Schrifsteller kann nichts gleichgültig sein, was seine Arl, die Welt zu sehen, erweitert, vorausgesetzt natürlich, dass er ein Meister ist und kein Handwerker, dass er ein Schöpfer neuer Werte und kein Spießer ist, der sich damit begnügt, am Leben zu lutschen und es sich wohlsein zu lassen, wie die Amerikaner ihren Gummi kauen.
Es passiert einem öfters, dass man nach der Lektüre einer Erzählung, einer Novelle oder sogar eines langen Romans nichts im Gedachtnis behält als das Gewimmel farbloser Leute. Man quält sich ab, diese Leute zu sehen, aber man sieht nichts, weil der Autor ihnen keinen einzigen lebendigen Zug verliehen hat.
Auch die Handlung solcher Erzahlungen, Novellen und Romane spielt sich in so einer Art schwabbeliger Tiefe ab, wo es kein Licht und keine Farbe gibt, zwischen Dingen, die nur genannt werden, die der Autor aber selbst nicht gesehen hat und die er deshalb uns, dem Leser, nicht zeigt.
Auch wenn es sich um ein aktuelles Thema handelt, haben solche Bücher, die oft auch noch mit einer unechten Munterkeit geschrieben sind, etwas Hilfloses an sich. Diese gespielte Munterkeit soll echte Fröhlichkeit, besonders die Freude der Arbeit ersetzen.
Die Öde kommt dabei nicht nur daher, dass der Autor gefühlsarm oder ungebildet ist, sondern dass er matte, ich möchte sagen: Fischaugen hat.
Solche Erzahlungen und Romane mochte man zerschlagen wie das verkeilte Fenster eines dumpligen, staubigen Zimmers, so .dass die Scherben klirrend nach allen Seiten fliegen und von draußen endlich einmal der frische Wind hereinweht, das Prasseln des Regens, Kindergeschrei, das Tuten von Lokomotiven, der Glanz des nassen Pflasters – kurz, das ganze Leben mit seiner auf den ersten Blick ungeordneten und doch so schonen Buntheit von Licht, Farben und Lärm.
Es gibt bei uns nicht wenige Bücher, die sich lesen, als seien sie von Blinden geschrieben. Bestimmt sind sie jedoch fur Sehende, und darin besteht der Widersinn des Erscheinens solcher Bücher.
Um sehend zu werden, genügt es nicht, sich nach allen Seiten umzublicken. Das Sehen will gelernt sein. Die Menschen und die Erde richtig sehen kann nur, wer sie auch richtig liebt. ...