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Hanna Fleiss: Bild des Menschen (Auf das Sonett von Johannes R. Becher)

Wir, Heutige, weit entfernt

Von jenem Bild, das du im Traum

Dir einst vom Menschen

Maltest.


Niemand bekennt: Verloren

Die Menschenwürde. Bezahlt, abgefunden

Das Vergessen. Kein Aufspringen,

Kaum Aufschrei: „Nie mehr!"


Sie führn wieder Kriege. Die Todmüden

Auf der Suche nach Brot und Dach. Der Kranke,

Der Alte, der Arbeitslose – ein Parasit.

Und die Gewinne? Steigen.


Aus allen Ecken kriecht

Gelichter. Die alte, junge Brut wagt sich

Ins Helle. Und Polizisten schützen

Hakenkreuzler.


Wieder einmal. Du weißt, es hilft

Kein Kasteien. Du greifst durch die

Wände, du spürst, uns müssen wachsen

Tausend, Millionen Hände.

 


Ich schlage diesen Text vor als Friedenstext des Monats.
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S
Für alle, die das Becher-Sonett zum Vergleich heranziehen möchten - ich hoffen, mit dem Kommentar keine Rechte zu verletzen:<br /> <br /> Das Bild des Menschen<br /> <br /> <br /> <br /> Ich möchte schreiben ein Gedicht, dass, wenn<br /> du dies Gedicht liest, alles klar dir würde<br /> und du beginnst zu sprechen: "Ich bekenn,<br /> mir ging verloren alle Menschenwürde.<br /> <br /> <br /> Ich hab mich weit entfernt von jenem Bild,<br /> das ich im Traum mir einst vom Menschen malte;<br /> ich habe meinen Hunger mir gestillt<br /> mit dem Vergessen, das man mir bezahlte."<br /> <br /> <br /> Und plötzlich springst du auf und schreist: "Nie mehr!"<br /> und möchtest laut es durch die Straßen schreien,<br /> und weißt genau: da hilft dir kein Kasteien,<br /> <br /> denn du kasteitest dich schon allzu sehr. -<br /> Nach jenem Bild zu greifen durch die Wände,<br /> sind dir gewachsen, spürst du, tausend Hände.
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