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fleiss - hanna

Hanna Fleiss: aus dem Romanmanuskript "Kindheitserinnerungen" 4. Brennholz

Das von Klara so lange Erhoffte war geschehen: Otto, ihr Ottochen, stand vor der Tür! Abgemagert, der Ärmste! Nur noch Haut und Knochen. Klara kam es so vor, als sähe sie ihn heute zum erstenmal. Wortlos schritt er durch den Flur, in die Stube, saß dann,...

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Hanna Fleiss: Ebereschen

Du kamst Mit einem Strauß Reifer Ebereschen. Legtest ihn Auf den Tisch, ohne Wort. Ich roch den Tau Frühen Oktobers, den Duft wilder Beeren. Vorm Fenster glutender Himmel, Kühle vergangener Nacht. Ich kämmte mein Haar. Hingeworfen vom Spiegel, Licht In...

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Hanna Fleiss: aus dem Romanmanuskript "Kindheitserinnerungen" 3. Schwarze Wolken überm Wedding (3)

Großmutter, als Rita ihre Tochter wieder abgab, atmete auf. „Der Doktor hat Heidelinde eingeliefert, nach Wittenau. Hab nicht verstanden, was Heidelinde eigentlich hat, irgendso eine studierte Krankheit. Sonntag gehe ich ins Krankenhaus. Und du, Jo, kommst...

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Hanna Fleiss: aus dem Romanmanuskript "Kindheitserinnerungen" 3. Schwarze Wolken überm Wedding (2)

„Fass an!", befahl die Mutter. Folgsam trippelte Jo neben ihr her, die Faust um die Kinderwagenstange, mit der anderen Hand presste sie das Taschentuch vors Gesicht. „Hab dich nich so." Rita war wütend, die Mutter verzog die Göre. Die hohen Absätze klapperten...

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Hanna Fleiss: aus dem Romanmanuskript "Kindheitserinnerungen" 3. Schwarze Wolken überm Wedding

Als Klara an diesem Morgen erwachte, glaubte sie, die Klos im Treppenhaus seien, wie vierundvierzig schon einmal, übergelaufen, so sehr stank es in der Wohnung. Klara war in Fahrt: Der Opitz, der Hausbesitzer, dass er sich nicht um seine Klabache kümmerte!...

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Hanna Fleiss: danach

Die Welt schweigt. Tonlos klagen Die Toten. Blutig Das Wintergewölbe Der Stadt. Die Trauer der Lebenden Leise wie im Gebet. Die Mörder Waschen sich die Hände. Still ist es. Die Asche Schweigt. Nirgendwo Scham. Glühend Wie Eisen in der Esse über allem...

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Hanna Fleiss: 2. Mohrrübeneintopf (4)

„Zeig mal, Jo." Klara hielt Jos Bild weit von sich und blinzelte. „Hm, schön, bildschön. Und was soll das hier sein?" Sie wies auf einen großen verkritzelten Fleck. „Ein Misthaufen?" „Aber Oma! Das ist doch die Sonne. Das sieht man doch!" „Da kannst du...

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Hanna Fleiss: 2. Mohrrübeneintopf (3)

Jo saß noch immer wie eine Eins auf dem Kohlenkasten, als Klara wieder in die Küche kam. „Ich will malen, Oma." Klara verschwand wortlos in die Stube und kam wieder mit einem Bleistiftstummel und einer Seite aus einem von Siggis Schulheften. „Mal mir...

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Hanna Fleiss: 2. Mohrrübeneintopf (2)

Morgens, als erstes, stand Klara am Herd und beschäftigte sich mit dem Feuermachen. Sie griff sich die Zweige, die Rita von ihren Spaziergängen mit Veronika im Bewag-Park mitgebracht hatte, stapelte sie auf dem Knüllpapier, das sich irgendwo gefunden...

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Hanna Fleiss: 2. Mohrrübeneintopf

Der Mond stand über der Kellerstraße, neugierig blickte er in die Stube im ersten Stock. Sein fahles Auge fiel auf den Kleiderschrank, dann auf den Tisch, und jetzt musterte er Jo und die schlafende Klara in der einen Hälfte des Ehebetts. Jo, hinter dem...

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