Vorstellung der Autorengruppe, Schreibaktivitäten, Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation zwischen Schreibenden
Darauf die Verkäuferin verwirrt: „Ich dachte, ...
Warten Sie, mir fällt da was ein:
Ein richtig schön verspieltes Modell.
Darin ...“ (Sie winkt ihre lächelnde blonde Kollegin vom Nachbartisch heran) „... könnte man sich jedes Elfchen beim Tanz vorstellen.“
Die Kollegin nickt eifrig bestätigend, obwohl sie nicht mitbekommen hat, worum es eigentlich geht.
„Natürlich kann Ihre Frau auch weiße Leggins dazu anziehen...
... und Sie haben wirklich noch nichts drin in dem Schlafzimmer?“
„Absolut nichts. Nur Wärme- und Lärmisolierung an den Wänden und Auslegware auf dem Boden.“
Der Mann lächelt und zahlt.
Die Verkäuferin müht sich um die Verpackung –
„Geschenke, ja, da haben die Männer immer ihre Probleme mit.“
Lachend verabschieden sie sich voneinander.
„Viel Spaß!“ ruft die Verkäuferin dem Mann nach.
Und während sich die beiden zwischen Tür und Angel zublinzeln, flüstert der Mann: „Bestimmt!“
Zu Hause öffnete er den Kleiderschrank. Ordentlich gestapelt lagen dort 10 Nachthemden, sortiert von Größe 36 unten bis Größe 44 oben, alle kaum berührt. Darüber breiteten angeraute Schlafanzüge ihre abgenutzten Massen aus.
Auch diesmal wollte er ein Nachthemd schenken seiner „Elfe im Elfenbett“.
Aber in diesem Jahr würde er einen ganz langen Brief dazu legen. Er würde schildern, mit welcher Sorgfalt er das zarte Stück ausgesucht hatte, wie viel Beratungsnöte er den armen Verkäuferinnen abverlangt hatte - damit erhoffte er ihr Lachen. Dann aber würde er schreiben, dass er ihr treu geblieben wäre die ganzen Jahre, trotz allem, und dass er es wohl bliebe; aber er hasste Schlafstrümpfe und angeraute Schlafanzüge an seiner Frau, und er möchte sie wieder begehren, und sie sollte ihn wieder begehren; aber über ihren Schatten springen - sie über ihren, er über seinen - das konnten sie nur zusammen, und wenn sie dazu die Kinder für die ganzen Sommerferien zu Verwandten geben müssten und...
Die Gedanken sprudelten nur so, wie sie ihre Ehe rundherum verändern würden, damit sie wäre wie beim ersten Nachthemd, das nicht mehr im Schrank war. Er schrieb die Gedanken nieder, er las alles, es gefiel ihm. Aber dann wurde er unsicher.
Ach Mutti, stöhnte er, warum verstehst du nicht, dass ich dir etwas sagen will mit den Nachthemden, die du dann doch nicht trägst.
Er begann Satz für Satz zu korrigieren. Irgendwann knüllte er das Papier zusammen, warf es in den Papierkorb und legte das Nachthemd mit einer lustigen, vorgedruckten Geburtstagskarte versehen auf den Geburtstagstisch.
Auch, wenn es überhaupt nicht hierher passt: Ich bitte alle, nehmen Sie sich etwas Zeit, lesen Sie die Bedingungen (Friedensfreunde bzw. Autoren) und nehmen Sie teil an einer literarischen Friedensdemonstration, die bis zum 1.9.2009 anhalten soll!!!