Vorstellung der Autorengruppe, Schreibaktivitäten, Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation zwischen Schreibenden
Sie ist doch eine Dame, dachte er, sie ist richtig hübsch und, mein Gott, gleich klingeln die Kinder. Was mach ich nur?
„Eigentlich habe ich so meine Grundsätze. Nicht gleich beim ersten Mal. Da kann man sich nicht mehr steigern. Nicht, dass du mir nicht gefällst. Aber wir sehen wir uns wieder. Du hast doch Telefon. Ich ruf dich an, wenn ich in deiner Nähe bin.“
Bei diesen Worten war er aufgestanden. So abrupt hatte er den Rauswurf nicht gewollt. Ehe er sich recht besonnen hatte, war Marion aus seinem Haus und sicher auch aus seinem Leben verschwunden.
„Huch!“ rief er und wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Geschafft!“
Er konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Wo blieben seine Kinder?
Rolf wusch sorgfältig ab, räumte alle erkennbaren Spuren des unheimlichen Besuchs weg und setzte sich wieder an seinen Schreibtisch, ohne dass ihm etwas Vernünftiges eingefallen wäre. Da klingelte es.
Er stürzte regelrecht zur Haustür und stand plötzlich entgeistert seiner Frau und seinen beiden Kindern gegenüber.
„Ich hatte heute Vormittag einen Kundentermin auswärts, und mein Chef hat gesagt, ich brauch nicht unbedingt wiederkommen. Da dachte ich, fahr ich gleich nach Hause und überrasche dich. Unterwegs fiel mir ein, ich könnte auch die Kinder abholen, und dann haben wir noch zusammen ein Eis gegessen. Deshalb sind wir jetzt erst hier.“
„Ein Glück! ... Ich meine, ein Glück, dass wir heute mal alle zusammen sind.“
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Rolf hätte sich eigentlich gern auf Marion gestürzt, aber doch nicht an diesem Tag, zu dieser Stunde.
Wie wäre er überrascht gewesen, hätte er am nächsten Tag seine Frau Rita am Arbeitsplatz erlebt. Die saß sie über ihren Computereingaben und lauschte amüsiert den Worten der ihr zugeteilten Praktikantin:
„...Er muss wohl Dutzende Frauen angeschrieben haben. Jedenfalls hatte ihr Mann nicht die blasseste Ahnung, mit welcher Marion er es zu tun haben konnte. Und ich war wohl die erste, die ihm körperlich gegenüberstand. Wenn sich Verlegensein noch steigern ließe, dann hätte man den Ausdruck für seinen Zustand gestern gefunden.“