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Single zum Verlieben (5/9)

„Und hat er dich angemacht?“

„Nein, wie denn? Ich hab doch gleich gesagt, aus dieser Lage kann nichts werden. Seinen Denkzettel hat er weg. Hatte der die Hosen voll! Aber wenn Sie vorher angerufen hätten, dass Sie mit den Kindern noch eine Weile unterwegs sind, einkaufen  zum Beispiel ... also ich kann für nichts garantieren.“

„Hat er was gemerkt?“

„Kaum. Nur das mit dem Versicherungsvertreter hätte ich nicht sagen sollen.“

„Wieso nicht?“

Die beiden Frauen schrieben intensiv auf irgendwelche Blätter, denn ein etwas jungenhaftes Chefgesicht blickte in den Raum. „Na, Frau Aufmüpfer, kommen Sie mit der Neuen zurecht? ... Keine Sorge, es sind ja nur vier Wochen.“

Schon war der Abteilungsleiters wieder in seinem Zimmer verschwunden.

„Ob ich mit ihm als Neuen zurechtkomme, fragt ja auch keiner. Keine Angst, es sind alle Chefs vor ihm schnell wieder gegangen, ich muss mich kaum an ihn gewöhnen.“

Die Sachbearbeiterin hatte das wohl mehr für sich gebrabbelt, doch dabei wechselte sie einen Blick des Einverständnisses mit der Studentin.

„Wenn sich ihr Mann noch mal meldet, wie soll ich dann reagieren?“

„Der doch nicht. Der ist froh, wenn er auf seinen Künstlerturm steigen kann. Oder meinen Sie, der hätte mit seinem Vertreterexperiment Erfolg gehabt? Nachher, ja nachher hat er erzählt, er hätte nur ein wenig Praxis gewinnen wollen. Egal. Wir werden schon mit ihm fertig. Wenn er dich anrufen sollte, sagst du mir Bescheid. Der wird einen Empfang erleben, dass er die nächsten drei Jahre Schreibblockaden hat. Eigentlich schade, dass er sich so was nicht wirklich traut. Vielleicht würden dann wenigstens seine Geschichten weniger trocken.“


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Etwa zur gleichen Zeit blätterte der so Durchgehechelte in den zwei Illustrierten, um Marions Bild darin zu entdecken. Wenn er sie das nächste Mal traf, wollte er besser vorbereitet sein. Sie hatte ihm eine Berliner Telefonnummer aufgeschrieben, und die Selbstdarstellungen der Singlelebensend-Kandidaten in der Zeitschrift waren recht umfangreich. Da musste sich doch etwas zum Anknüpfen finden. Eine solche Blamage wie beim ersten Mal durfte er nicht noch einmal erleben. Doch so sehr er sich mühte, er entdeckte weder ein Foto, das seiner Nachmittagsbesucherin ähnelte, noch fand er eine „Marion aus Berlin“.

Vielleicht war sie schon eine jener Bekannten, die durch die ungewollte Schleichwerbung an sein Buch gekommen waren? Nein, dann wüsste sie von seinen Familienverhältnissen. Sie hätte das Foto im Einband gesehen und sich nicht über sein Äußeres gewundert.

Oder sie hatte mit einer Freundin zusammen deren Zuschriften ausgewertet und seine für sich behalten. Dann lohnte es, noch einmal Anlauf zu nehmen.

Rolf Aufmüpfer strahlte übers ganze Gesicht. Eine junge Frau, die sich für ihn interessierte, die durfte er sich nicht entgehen lassen. Die würde er sich nicht entgehen lassen. Na warte, was du kannst, kann ich auch, brummte er zufrieden, während er das Computerprogramm aufrief, mit dem er Telefonnummern die Adressen zuordnen konnte.


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