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Eine Kleiderfrage (6/7)

Lina erschrak vor ihrer Stimme. Nein, halt, bremste sie. Verwirrt stockte Mark, der gerade die Augen geöffnet hatte und seine Gelenke bewegte, als erwachte eine Gliedertanzpuppe zu balletteusem Leben. Lina versteinerte ihn wieder. Sie eilte zum Schrank. Hektisch tastete sie sich von Rock zu Rock, von Kleid zu Kleid. Sie hätte es einen unerklärlichen Zufall genannt, dass ihre Hände wieder an einem Kleidchen hängen blieben, das sie einst wegen seiner einschmeichelnden Weite in anderen Umständen gekauft hatte. Es ließ sich schnell zum Herrscher über ihre Poren bestimmen. Ihre Haut fühlte sich überall betastet, und da richteten sich die einzelnen Härchen auf, wo immer es welche gab.

Mädchen, fühl mich!

Lina strahlte, weil Mark tatsächlich reagierte. Ja, in der Tierwelt gehörte es zur besonderen Intimität, sich das Fell abzulecken. Diese Intimität ließ sich noch überbieten. Ihre Marie, wie das Mädchen Mark jetzt für sie hieß, beleckte sie unter dem Fell, das als locker leichtes Kleid ihren Körper umhüllte. Lina wand sich, drehte Achten mit ihrem Bauch, atmete singend, fühlte nicht mehr, mit welchem Schulterflügel sie den Teppich antippte. Linas Keimling verschwand in einer aufsaugenden Mundhöhle. Lina erhob sich an die Freundin gepresst. Die Partnerinnen schoben ihre Kleider über den Bauchnabel hoch, rieben sich aneinander, fanden sich nebeneinander und mischten sich ineinander.

Als der Hurrikan abgezogen war – oder waren die beiden nur in seinem Auge? – sprang Lina plötzlich in einer neuen fixen Idee auf. Schon Sekunden später kam sie zurück.

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