Vorstellung der Autorengruppe, Schreibaktivitäten, Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation zwischen Schreibenden
Dann öffnete sie die Tür des Kleiderschranks. Ihre Hand streifte an den alten Kleidern entlang, und wie durch einen Magneten angezogen blieb sie bei dem Sommerkleid aus ihrer Schwangerschaft hängen. Es fasste sich irgendwie ganz zärtlich an, knisterte geheimnisvoll und der violette Stoff schien im Halbdunkel zu leuchten. Genau, in das würde er hineinpassen.
Blinzeln is nicht!
Lina raffte das Kleid, stieg auf einen Stuhl, stülpte das Kleidungsstück über ihren Ehemann und trat zurück. Das konnte nicht wahr sein! Wer stand da vor ihr? Lina spürte nur, dass sie sich aus der Masse der sie bedrängenden Gefühle für keines entscheiden konnte. Dass Mark weiter gehorchte, die Augen nicht geöffnet hatte, legte einen Schluss besonders nahe: Er genoss seine Situation, glaubte sich in einem Traum, aus dem er nicht aufwachen wollte. Oder redete sie sich das ein? Sie war ja auch nicht ganz alltäglich in ihrem Einfall: Sie liebte eine Frau, die aussah wie Mark, und deren Kitzler entschieden zu groß geraten war. Sie hörte die Stimme ihres Chemielehrers, der in der Vorferienstunde aus dem blöden Buch vorzulesen pflegte, Ein Seitengewehr ist das Ding, das immer in der Scheide steckt.
Nicht gucken!
Ganz langsam trippelte sie um diese Frau herum. Ängstlich tasteten Lina Fingerspitzen die wenig mädchenhaften Beine ab. Sie kniete vor ihnen. Sie züngelte in die Kniekehlen, schloss selbst die Augen. Ihre belegte Zunge tippte die Oberschenkel aufwärts. Lina spürte den Saum des Kleides auf ihren Haaren. Gleich würde sie etwas berühren, was die Erregung dieser ungewöhnlichen Partnerin zweifelsfrei preis gab. Lina stieß auf viel feuchte, mit der Zunge umrollbare weiche Haut. Dann auf Hartes. Nein, wehrte sie sich gegen ein voreiliges Ende, alle Feuchtigkeit sollte von mir ausgehen, nicht von der, von dem Anderen. Und sie riss sich los, obwohl und weil ihr eigener Mund unten aufgerissen war, vor Speichel triefte. Obwohl ihr Tun ihr eine neue, noch nicht vollendete Lust bereitete, und weil sie endlich dort berührt werden musste.
Und jetzt ich!