Vorstellung der Autorengruppe, Schreibaktivitäten, Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation zwischen Schreibenden
Stutzig hätte ihn die Feststellung machen müssen, „Je nach Arzt und Institut bekommt man pro Spende zwischen 100.- und 200.- € direkt ausbezahlt ...“ Das bedeutete ja, dass er es weder mit einem Arzt noch einem Institut zu tun hatte. Aber Markus bestaunte die Deutschlandkarte, die zeigte, dass es in seiner Nähe ein Kinderwunsch-Zentrum gab. Anstelle einer Kontaktadresse folgten langsam Seitenüberschriften wie „Die Situation heute“, „Künstliche Befruchtung – Geschichtliches“, „Die Vorgehensweisen“, „Der eigene Mann als Samenspender – Homologe Insemination“, „Die ehefremde Samenspende – Heterologe Insemination“, „Samenbanken“, „Samenspender“. Endlich, auf Seite 13, ratterte ihm die Überschrift „Procedere“ entgegen und der Text „Zunächst muss man einen Abnehmer für sein Produkt finden. Sie werden kaum im Telefonbuch unter S wie Samenbank eine Anlaufstelle finden, zu der Sie so ohne weiteres einfach hingehen und loslegen können.“
Er fluchte jetzt das unschuldige Fax-Gerät an, weil dieses ihm an Stelle von solchen Adressen erneut langsam eine Deutschlandkarte mit Standorten „Repromedizinischer Zentren und Ärzte ...“ bemalte, die er ja schon kannte.
Nun ging der Text auf Tests für den potentielle Samenspender ein, die Markus nicht sonderlich schreckten – er hatte einfach keine Knollennase, aber Chromosomen und was einen intakten Mann auszeichnete. Lächelnd las er die Empfehlung, „... in dem äußerst unerotischen Ambiente einer Einzelkabine zur Tat zu schreiten. Dem Phantasielosen sei hierbei angeraten, sich präventiv mit den geeigneten Printmedien oder einem portablen DVD-Player auszurüsten.“ Und obwohl bereits auf Seite 14 der Lohn „sofort ausbezahlt“ wurde, wusste Markus noch immer nicht, wie, wo, wann und bei wem. Immerhin folgten nach 15 Seiten Fax-Abruf, die genug Minuten verbraucht hatten, Internet-Zugangsadressen zum Thema.