Vorstellung der Autorengruppe, Schreibaktivitäten, Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation zwischen Schreibenden
Grausilberne Luft Der Stadt. Häuserdickichte. Die Wärter des Himmels Verdunkeln den Tag. Alt weht Die Pappel über den Weg. Die Erde friert. Morgens Der Duft von verdorrtem Gras. Auf den Dächern Die Tauben, geduckt In den Februarfrost. Ein Krähenruf.
Abschied ich schließe deine augen über uns sonnenaufgang licht das mit dir verlischt
Endlich mein Leben von heute bis irgendwann leben Clown, Segel auf Kreuz gegen den Wind, Floh im Fell meines Katers, tragischer Traum temporärer Trunkenheit Mein Leben endlich aS 17/07/08
Mein Kummer Legt sich Auf ein weißes Blatt Papier Eine halboffene Tür Führt hinab In mein Wundes Herz Tiefer Kummer
für G. Als Du gegangen warst, verließ ich die Zeit, um Dir zu folgen und habe Dich nicht mehr erreicht. Dann begegnete ich mir und erkannte Deine Tränen in meinen Augen. aS 28/02/13
Bäume werfen Farben in meine Gefühle In meine allerletzten Ich verbrauche sie Jetzt Da noch Zeit ist
viele wege bin ich gegangen habe tage nicht gezählt nicht stunden mühsam langst die schritte dunkel die steine im inneren bewahren sie ihre zeit in mir leere als wäre nicht gewesen dieser augenblick leben
Die Textstelle stammt aus dem Abschnitt "Sehen ist eine Kunst" in "Die goldene Rose" von Konstantin Paustowski - für jeden der schreibt eine Empfehlung.
Weit Schwimmt heute der Mond hinaus Schatten treiben Das Schweigen Aus der Tiefe Hände greifen Nach den Sternen
Am Horizont Verlierst Du Dich Wolken zerfließen Wünsche wachsen wieder Und das Geheimnis Hinter dem Horizont
vorbei fell rotbraun buschig die rute den kopf gesenkt nicht spähend über farne nicht schnürend auf moos im wald hier zu hause am alexanderplatz ein fuchs
Gerüstet mit einer schutzbrille gegen lichtbogenworte machen mich doch deine blitze blind
Männliche Nacktheit als totale Verkleidung. Gespannte Muskeln über Sieger-Brust lenken den Blick weg vom herab hängenden Niedlichen. Bringe den Menschen fackelndes Feuer. Entblößt vor dem Spiegel bewundere ich meine Makel.
Sand und See in hellem Schimmer, unter flachen Wellen geriffelte Linien, Steine überspült. Noch rollen sie unzählbar. In dieser Nacht hat der Wind die Insel preisgegeben. Der Mond, unsichtbar hinter sieben hohen Nebeln, hat das Licht gerufen.
immer morgens zwischen sieben uhr fünfzehn und sieben uhr dreißig verließ er das haus steckte antwortbriefe ein auf grüße die er nie erhalten arbeits-lose arbeitstage brauchen ihre ordnung sein verwesungsgeruch fiel auf
im spiegel dein bild im herbstlaub du strichelst ein pferd darauf und ein mädchen pflückt butterblumen sprichst du es an läuft es davon
ruhelos durchsuche ich die räume warte auf wiederkehr des schmerzes nicht liebe verbindet mich mit ihm dem letzten der nicht von mir wich dem ich vertraut nun hat auch er mich verlassen und rauhfasern verlacht mich die tapete
In der wachsenden südlichen Nacht Fügen sich aneinander Weiß und Gelb Schmiegen sich Schmeichelnd Dem Blau Grün wiegt sich im Grün Hinter dem Gegen Rot Schwarz aufsteht So streiten die Farben Um Harmonie
vergeblich die grim(m)assen letzte tränen waschen schützende schminke aus gegerbtem gesicht tropfen in züngelnde flammen farben des grillfeuers verweigern sich schmeichelndem reim auf der kannibalenfeier schlucken hungrige noch ihren speichel bald werde...
Zu Hause einst trat ich für meinen Traumvogel in die Pedale. Bergauf schiebend ahnte ich die höher gelegene Ebene. Heute erstehe ich Sonderangebote Flüge ins Traumvogelland, erwerbe Vögel aus Glasperlen. Vom Rad im Keller wische ich Staub mit einer Feder....
Du brachtest den Menschen das Feuer großer Worte. An Kordillerenfelsen geschmiedet dem Schnabel des Kondors preisgegeben fallen Fasern deines nachwachsenden Fleisches auch in meinen Mund. Kläglich quellen sie zu traurig kleinen Gesängen.
Es wäre am Ende die eine Liebe wie Ahnung den langen Weg noch dein sein am Ende einer Liebe (A. Diehl)
stumm die alte musicbox geflickt das rote sofa flackerndes licht sie sieht seine worte hört schweigen trinkt vom wein über der tür eine klaviatur mit hammerwerk spröde genagelt als sie gingen fiel ein ton staub (marlies schmidl, aus "stille atmen, aphaia...
Am Fenster der Straßenbahn Eingekratzt Diepgen vom Storch gebissen Kastanien öffnen ihre Blüten Steig mit mir aus Kleine grüne Fliege Scheiße Liegt überall (Ingrid Allstedt)
Alles Die Stadt schreibt mir an den asbestgrauen Horizont: Kammerspiele - Charitè - Deutsches Theater und - Schreite ich vorwärts ich sehe versinken Alles Standpunkt abhängig Jürgen Polinske