Vorstellung der Autorengruppe, Schreibaktivitäten, Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation zwischen Schreibenden
der morgen ruht auf stille meine seele holt ein gesicht zurück geschlossen die augen geöffnet der mund blutverkrustet beide hände lege ich auf diese stirn ich schmecke tränen marlies schmiedl, januar 08
barfuß zur himmelstür eintreten nie mehr klopfen klinke putzen leeres leben lieber treten wenn dahinter wieder lucifer wohnt blasen sind den füßen bekannt Slov ant Gali
Wie dauerst du mich, weil du mir sekund ieren musst, minut iös festhalten, wie viel Kämpfe du mir stunde st. So vieler Tage Werke machen mich zum Wöchne r, dem es am Monats lohn fehlt. Die Jahre meines Lebens sind dicht gefüllt. Dein allein ist leere...
(für B.) Du gabst dein Sandsteinherz in meine Hände. Voll Angst, es fallenzulassen, drückte ich es fest an mich. Körnig zerrieselte es zwischen den Fingern. Leere Hände suchen Sand in den Augen. Slov ant Gali aus " Mit Blindenhund durchs Liebesland "
Graues einer Welt Stadt in meinem Zuhause deinen Händen entfalten mich wie die Ringe uns und das Jahr den alternden Baum flüchten den Wind (A. Diehl)
... ist gelb in Beijing die Straßen sind sauber – gestern haben sie einige erschossen Buddha lächelt seine Mahlzeit ist ihm gewiß Ingrid Allstedt
Die Tage dorthin fangen wohin ihr Altern mit mir geht die Jahre fort- gegangen im Verweilen nah wo seither deine Brücke atemlos verweht (A. Diehl)
In der Zeit, die das Buch braucht zum Flug von seinem Platz im Regal auf meinen Kopf, sterben sieben Kinder; in der Zeit, die ich brauche, es zurück zu stellen, siebzehn. Einen Moment träumt meine Beule für sie weiter. (Slov ant Gali)
dichter bist du geblieben so wie du bei mir geblieben bist warum nur bin ich mich dir tag um tag entblätternd dich küssend keine muse mehr die du zurück küsst die anderen frauen sagen männer seien so aber die ihren sind ja keine dichter (Slov ant Gali,...
Wir müssen es tun, sprach Adam zur Eva, die nach den leuchtenden Früchten vom Baum der Erkenntnis griff. Was hast du nur getan, zürnte Adam der gebärenden Eva, nachdem ER die Erkennenden verjagt hatte.
dein abschied schwängerte mich mit traurig schönen melodien unglücklich darüber bin ich nicht aber im zehnten monat komm wieder
ich habe sie alle geliebt sagte der davon schwimmende fischmann dabei hatte er sie alle nur bet- rogen du brauchst ja nicht nachher den mund so voll nehmen rief eine fürsorgliche maulbrüterin ihm nach Slov ant Gali
Frei? Ich komme nicht los Von meinen zwei Schatten Von der Sonne der eine Der andere vom Mond Jürgen Polinske
Ich hoffe, die grafische und akustische und... (?) Präsentation einer interdisziplinären Kunstaktion, an der auch Hellersdorfer Schreibende eine kleine Aktie hatten, könnte für viele von euch interessant sein... Einladung
Als er erwachte, der Mensch, war die Welt, die er erschaffen, nicht, wie er sie sich vorgestellt. Schon wieder Montag, flucht er und dreht sich weg. Nur, wer rechtzeits streikt, schafft Gott nach seinem Bilde ab. Slov ant Gali
das gewehr ist nicht schuldig geschäftsführer reiben sich die hände kugeln lassen kassen klingeln das gewehr träumt gut geölt von staunenden museumskindern (Slov ant Gali)
ihre rehaugen hießen ihn sie bekitzen für dich vergesse ich alle revolutionen hörner setzte sie ihm später auf mit dir mache ich alle revolutionen
sonne flutet den tisch flüchtig die schatten der hände messer schneiden nicht das brot teilen den tag in stücke große tage haben ihre zahl gefunden das maß ist ein anderes steine brachten mich zum stolpern jetzt sind sie weggefährten (M. Schmidl, aus...
immer morgens zwischen sieben uhr fünfzehn und sieben uhr dreißig verließ er das haus steckte antwortbriefe ein auf grüße die er nie erhalten arbeits-lose arbeitstage brauchen ihre ordnung sein verwesungsgeruch fiel auf Slov ant Gali
um mich wabert das nichts ich erwarte den knall und alles fängt an (Slov ant Gali)
Der hohe Morgen unversehrt zerschnitten in Blau und Blau und Blau von Möwenschwingen Meine Augen trinken was hervorquillt das Blau hinter dem Blau dem Anfang von allem
der blumentopf auf dem schreibtisch hypnotisiert die handkante komm ein hieb mach den bukowski sag dem leben es würgt während letzte nachrichten meine magenwände in zahntaschen stülpen zittert die blutende zunge auf frei liegendem nerv wie hoffe ich auf...
wir alle sind inseln felsen im ozean manchmal reiten sirenen auf unserem sonnigen punkt dann kuschelt sich strandgut an unsere grindige haut bevor die flut alles fortspült später nennen wir es liebe (Slov ant Gali)
Als sich erste Flocken der Phantasie in Wortkeschern verfingen, war Frau Holles Bett daunig dick. Heute ist es filzig dünn und Rheuma treibt Oma Holle auf Kaffeefahrten unter Lamadecken Zittrig und blind fragt sie, Gold-Marie, bist du zurück? Ich schweige....
Weil er unter der Last seiner Ketten zusammengebrochen war, wurde er „auf der Flucht erschossen“. (Slov ant Gali)