Freitag, 2. mai 2008 5 02 05 2008 19:41

der Auftakt:

 

1. ein Auftakt vorhanden:

            Es / schlug mein / Herz, ge- / schwind zu / Pferde

 

er kann auch mehrere Silben umfassen:

                                                                                                      (Schiller, Reiterlied, Wallenstein)

            Warum / weint die / Dirn und zer- / grämet sich / schier?

 

ein- und zweisilbige Auftakte können wechseln:

                                                                                                      (Weyrauch, Die Vogelscheuche)

            Die / Kinder, sie / laufen und / zerren den / Mann

            hi- / ber zum / Platz vor der / Linde,

            sie / stellen ihn / auf und / stekken ihn / an,

            und er / knistert im / schäumenden / Winde.

            Und sie / stehen im / Kreis, und sie / wirbeln den / Tanz,

            Und sie / rufen die / glücklichen / Schreie.

 

2. Auftakt fehlt:

                                                                                                                   (Goethe, An den Mond)

Füllest / wieder / Busch und / Tal

Still mit / Nebel- / glanz

 

auch im Dreivierteltakt:

Pfingsten, das / liebliche / Fest war ge- / kommen: es/ grünten und / blühten …

 

3. Auftakt ist frei:

                                                                                                                             (Goethe, Faust I)

Habe nun, ach! Philosophie,

Juristerei und Medizin

Und / leider auch Theologie

Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.

 

die Kadenz (der Abtakt):

 

1. weibliche oder klingende Kadenz:

Es / schlug mein / Herz, ge-/schwind zu / Pferde

 

oder:

Der / Mond ist / aufge-/gangen

 

oder:

Uns / ist in / alten / maeren

 

oder:

Es / war ein / nig in / Thule

 

2. männliche oder stumpfe Kadenz:

Es / war ge-/tan fast / eh ge-/dacht

 

oder:

                                                                                                     (Deicke, Liebe in unseren Tagen)

Abends / noch, vorm / Schlafen-/gehn,

sprich ein / liebes / Wort! –

Sieh, ich / will dich / ganz ver-/stehn,

scheuch den / Unmut / fort! –

 

3. gelegentlich Kadenzwechsel:

Im / fernen / Böhmer-/land

blüht / eine / alte / Linde,

daß / ich die / Liebste / fand,

steht / dort in / brauner / Rinde.

 

oder (in umgekehrter Reihenfolge):

                                                                                                                (Cibulka, Steine und Brot)

Hörst / du die / Moldau / rauschen?

Im / Winde / weint das / Korn.

Ich / mußt’ den / Pflug ver-/tauschen,

und / alles / ward ver-/lorn.

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