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marbach Germanistik im Netz - Virtuelle Fachbibliothek Germanistik  

Gegen deutsche Kriege

18. Mai 2008 7 18 /05 /Mai /2008 06:25

11.7. Waisen (reimlose Zeilen innerhalb eines Reimgefüges):

                                                                                                                         (Weerth, Lebewohl)

Noch einen Kuß, noch einen Druck der Hand!

Und fröhlich zieh ich dann von Land zu Land;

Laß einmal noch der schwarzen Locken Pracht

Im Winde wehn, noch einmal singe sacht

Das schönste mir von deinen schönen Liedern!

oder:

                                                                                                           (E.Möricke, Der Feuerreiter)

            Sehet ihr am Fensterlein

            Dort die rote Mütze wieder?

            Nicht geheuer muß es sein,

            Denn er geht schon auf und nieder.

            Und auf einmal welch Gewühle

            Bei der Brücke, nach dem Feld!

            Horch! Das Feuergköcklein gellt!

                        Hinterm Berg,

                        Hinterm Berg

            Brennt es in der Mühle!

 

11.8. Körner: Verse, die sich nicht innerhalb der gleichen Strophe, sondern mit bestimmter      Verszeile einer anderen Strophe reimen.

                                                                                                                                          (Goethe)

 


Feiger Gedanken

Bängliche Schwanken,

Weibisches Zagen,

Ängstliches Klagen

Wendet kein Elend,

Macht dich nicht frei.

 

Allen Gewalten

Zum Trotz sich erhalten,

Nimmer sich beuden,

Kräftig sich zeigen,

Rufet die Arme

Der Götter herbei!

 


 

11.9. Schlagreim (innerhalb einer Reihe 2 aufeinander folgende Wörter):

                                                                                                                         (Rilke, Der Panther)

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe

So müd geworden, daß er nichts mehr hält.

Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe

Und hinter tausend Stäben keine Welt.

 

Sonderform Echoreim: ganze oder teilweise Wiederholung des letzten Wortes, eines als Frage            formulierten Verses

                                                                                                        (A.W.Schlegel, Waldgespräch)

            Hier bin ich einsam, keiner hört die Klage.   Klage!

                        Niemand vertrau’ ich mein verzagtes Stöhnen.   Tönen.

                        Soll ich stets ungeliebt der Spröden fröhnen?   höhnen.

                        Wie lang harr’ ich umsonst, daß es mir tage?   Tage

            Mich findet Gunst zu leicht auf ihrer Wage.   wage!

                        Wem liegt wohl dran, mein Leben zu verschönen?   Schönen.

                        So wird das holde Glück mich endlich krönen?   Krönen.

                        Wer gibt mir frohe Kund’ auf jede Frage?   frage!

            Was ist dein Thun dort in den Felsenhallen?   hallen.

                        Und was ist Schuld, daß du nur Laut geblieben?   lieben.

                        So fühlst du etwas bei Verliebter Schmerzen?   schmerzen.

            Glaubst du, dein Spiel könn’ irgend wem gefallen?   allen.

                        Wem wird es denn zu lieb mit uns getrieben?   Trieben.

                        Wer sehnt sich leeren Widerhall zu herzen? Herzen.

 

Sonderform nachhallender oder endschallender Reim: Gleichklang zweier oder mehrerer         Silben von der letzten Hebung an

                                                                                                                                    (Fr.Rückert)

            Die Ernt’ ist wie die Saat, drum, was ihr sät, seht!

            Ein Tor, wer früh versäumt hat, und zu spät späht,

            Wie wer den Braten wegwirft und das Bret brät.

            Wer nie dem Rater folgt, der was mißrät, rät,

            Und nie, was er gebaut, zerstört, der steht, stät,

            Auf dieser ird’schen Welt, die selbst nicht stät steht.

 

11.10. Binnen/Innenreim:

                                                                                                                            (Bürger, Leonore)

Und horch! Und horch! Der Pfortenring

Ging lose, leise klinglingling!

Komm’, schürze, spring’ und schwinge dich!

Und Liebchen schürzte, sprang und schwang

Sich auf das Roß behende

 

oder:

                                                                                                                                        (H.Heine)

            Eine starke schwarze Barke

            segelt trauervoll dahin

            Die verstummten und vermummten

            Leichenhüter sitzen drin.

 

Sonderformen:

 

a. Mittelreim: Reim im Inneren aufeinanderfolgender Verse

 

b. Mittenreim: Reim zwischen Versende und vorangehendem oder folgendem Vers;

 

c. Schlagreim: Gleichklang unmittelbar aufeinander folgender Wörter in einem Vers (s. unter    11.9)

 

d. Zäsurreim – Reim im Versinneren vor ener Zäsur

                                                                                                                         (Nibelungenstrophe)

            Uns ist in alten maeren     wunders vil geseit

            von helden lobebaeren,     von grôzer arebeit,

            von fröuden, hôchgezîten,     von weinen und von klagen,

            von küener recken strîten     muget ir nu wunder hoeren sagen.

 

oder:

                                                                                                                           (aus Snorra-Edda)

            Farar snarar fylkir byrjar,

            freka breka lemr á snekkjum.

            Vaka taka visat rekkar,

            (usw)

 

11.11. Augenreim = Reim zwischen orthographisch identischen, versch. ausgesprochenen       Worten:

            LogeWoge oder Frauchenrauchen

 

11.12. Schleppreim: identischer Reim hinter dem richtigen Reim (meist in Scherzgedichten)

            Ach komm hernieder, mache neu,

            Den Frühling wieder mache neu.

 

11.13. gebrochener Reim: Reimbildung durch eine Silbe im Wortinneren (in verstärkender,      oft humorvoller Absicht)

                                                                                                                                   (Hans Sachs)

            Hans Sachs war ein Schuh-

            macher und Poet dazu

 

oder:

                                                                                        (W. Busch, Abenteuer eines Junggesellen)

            Knarr – da öffnet sich die Tür,

            Wehe! Wer tritt da herfür?

            Madam Sauerbrod, die schein-

            Tot gewesen, tritt herein.

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Kommentare

Slov 05/18/2008 08:51

Entschuldigung. Es ergab sich so bis zum Schluss dieses Teils.
Ja, wahrscheinlich machen wir das weiter sonntags...

Tanja 05/18/2008 07:56

Vielleicht etwas zu lang diesmal.
Aber kann man sich darauf einstellen, dass die Fortsetzungen immer sonntags erscheinen?

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