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Wirklichkeitsverlust (4/7)

Markus stellte besorgt fest, dass es für einen Anruf am selben Tag zu spät war. Und dann begann er den Inhalt der Karte richtig zu erfassen. Er hörte den Anrufbeantworter ab. Opa beschwerte sich, dass Markus endlich einmal wieder zurückrufen sollte. Max bestätigte das Wochenende. Das hieß, der AB hatte funktioniert.

„Das ist aber schade. Zwei Auftritte hatte ich für dich. Eine Försternummer und ... – Biggi, du warst doch dabei, wie ich es immer wieder probiert habe, den Markus zu erreichen? - Also ich sage dir, nichts, absolut nichts! Mach, was du willst! Die Aufträge sind weg.“

„Ernie, das kann gar nicht sein. Hier geht alles.“

„Willst du mich der Lüge bezichtigen? Ich sag dir, was anderes kann ich nicht sagen. Du solltest deinen AB überprüfen. Wer weiß, wie viele Agenturen dich schon angerufen haben und keiner war dran. Die melden sich bestimmt nicht so schnell wieder.“

Markus fielen nicht die passenden Worte ein. Er legte einfach auf. Das war wohl der beste Beweis dafür, dass ich zum Reporter nicht tauge, dachte er schließlich resignierend.

Dann aber fragte er sich, was er zu verlieren hatte. Wenn dieser „Komparsenservice“ ihn hereingelegt hatte, dann musste er sich revanchieren. Aber wie?

Reporter... Wie müsste er das machen? 20 Zeilen Handlung. Fiktiver Name. Was war ihm passiert. Name und Anschrift der Firma. Pressemitteilung darüber. Sollte er das an diesen Ernie schicken? Anonym? Oder als er selbst? Mit der Ankündigung, das zu veröffentlichen? Ein Bauernfänger brauchte gute Presse, damit genug Jungvieh auf ihn hereinfiel.

Markus fühlte sich kurz als flammender Ritter der Gerechtigkeit. Dann überlegte er, dass sein Vorhaben eigentlich ein Erpressungsversuch wäre. Anzeigen den ... ja wen denn? Vertragsgemäß hatte er Fotos bekommen. Die waren bei irgendwelchen Casting-Agenturen eingegangen. Wahrscheinlich.

Arsch voll? Markus stellte sich vor den Spiegel und zuckte mit den Schultern.

„Mensch, bist du jetzt klug geworden. Gleich drei Berufe hast du für dich abgestrichen. Schauspieler, Reporter, Schriftsteller. Kommt alles nicht in Frage.“ Er knöpft sich die Hose auf, holt heraus, was dort Bewegliches war. Später, ermattet wie nach einem 10-Kilometer-Lauf, griff er nach dem Telefonhörer. „Karla? ... Heute Abend kann ich nicht. Aber vielleicht morgen? Oder übermorgen? Dann bin ich wieder in Ordnung ...“

 

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