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Der Friedrichshainer Autorenkreis

Vorstellung der Autorengruppe, Schreibaktivitäten, Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation zwischen Schreibenden

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Ein fast jugendfreies Umweltgedicht

Besorgt um Woll, den Hütehund, fragt sich Susann, ist der gesund. Er tobt nicht wie ein Lebenstank – dann ist er ohne Zweifel krank. Ihn überfiel, oh, welcher Schuft, der Dreck aus der verschmutzten Luft. Das arme Tier konnt sich nicht wehren, das Sannchen...

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Slov ant Gali: ergreifende lesung

erst musst ich den eintritt in euro löhnen dann kam die eröffnung mit gitarrentönen der künster ergriff entschlossen das wort schließlich waren wir seinetwegen ja dort noch vibrierten in mir verborgene saiten da begann sein nachtbuch gefühle zu reiten...

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nachbar

immer morgens zwischen sieben uhr fünfzehn und sieben uhr dreißig verließ er das haus steckte antwortbriefe ein auf grüße die er nie erhalten arbeits-lose arbeitstage brauchen ihre ordnung sein verwesungsgeruch fiel auf

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Verlockung

Rattenfänger, he, spiel mir dein Lied! Kann ohne Spiegel nicht prüfen, nicht prüfen bin Kind ich oder Ratte. Ich verspreche, dir zu folgen, wohin immer du mich führst, nur weit, so weit von Plätzen ohne Morgen. Kann schlafen nicht noch wachen – die Bilder...

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Zeitspiel

Wie dauerst du mich, weil du mir sekund ieren musst, minut iös festhalten, wie viel Kämpfe du mir stunde st. So vieler Tage Werke machen mich zum Wöchne r, dem es am Monats lohn fehlt. Die Jahre meines Lebens sind dicht gefüllt. Dein allein ist leere...

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im bad

im spiegel dein bild im herbstlaub du strichelst ein pferd darauf und ein mädchen pflückt butterblumen sprichst du es an läuft es davon

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Neruda über mir

Du brachtest den Menschen das Feuer großer Worte. An Kordillerenfelsen geschmiedet dem Schnabel des Kondors preisgegeben fallen Fasern deines nachwachsenden Fleisches auch in meinen Mund. Kläglich quellen sie zu traurig kleinen Gesängen.

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abends

ich strecke virtuelle hände in den raum du schenkst mir unbezahlbare zeit nimmst meinen geheimnisvollen namen und das heiße gedicht das er dir gewidmet ich spreche mit mir verstehe mich nicht du beantwortest was ich nicht fragte ein knopfdruck wieder...

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Hanna Fleiss: Himmelpfort

Stille. Stille. Viel Grün in Luft und Luch. Der Dampfer bläst zur Gemütlichen Seenrundfahrt. Wieder still. Kein Ahornblatt Fällt ins Gras. Unvermittelt In der Klosterruine Singen sie gutgemeinte Friedenschoräle. Am Postamt das gütige Grinsen des Weihnachtsmanns...

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Hanna Fleiss: Morgenhatz

Auf der Zunge Den Geschmack des Türenknallens. Durch die Straße hasten, scheele Blicke ins Wetter, trocknes Laub Unter den Schuhsohlen. Mein Gesicht bleckt mir entgegen. Das Schaufenster hat Sprünge, die Spinne Vom kürzlichen Überfall. Duft Späten Monds...

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