Vorstellung der Autorengruppe, Schreibaktivitäten, Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation zwischen Schreibenden
Durch Khodai Ludmilla
Einst glaubte ich
über die Bäume herrschen zu können und
verbot ihnen zu blühen.
Doch sie folgten mir nicht und
ich schnitt ihnen allen
die Zweige ab.
Wie Hände ragten kahle Bäume aus der Erde,
Hände, die nichts mehr tragen können und
nur noch warnen.
Als dann
Vögel keine Nischen fanden,
Käfer keine Blüten fanden,
Würmer keine Früchte fanden,
sammelten sie Gräser, Halme, Moos, Blumen
und schmückten ihre Bäume bis
diese eins wurden und
ihre Scham verloren.
Ich ließ es regnen,
ich ließ es so lange regnen,
bis alle Flügel verklebten
bis alle Vögel verstummten
bis alle Blumen vergingen
und aus den Baumrinden Wasser tropfte.
Ein Moor begrub alles bis
aus verwester, stinkender Erde
Keime sprossen.
Da ließ ich die Sonne brennen,
ich ließ sie so lange brennen,
bis die Erde verdorrte
und alle Farben vergingen.
Als aus trockener, rissiger Erde
Eidechsen krochen und Sträucher wuchsen
ließ ich den Wind über die Erde stürmen
bis nichts mehr dort lag, wo es einst war.
Alle Samen waren verstreut und -
da begriff ich,
wenn es Zeit wird, dass
der Frühling die Kälte vertreibt und
Wiesen ihre Farbenpracht entfalten, damit
Kinder ihre Decken darauf ausbreiten während
Käfer Melodien summen und der Wind blütenbehangene Zweige wiegt
bin ich
ohne Macht.
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